Geschichte

Theatergeschichte wird von Menschen geschrieben: von Künstlerinnen und Künstlern, von Mitarbeitenden und von einem Publikum, das seinem Haus über Generationen verbunden ist. Die Geschichte des Harz­theaters erzählt von zwei Städten, von stetiger Ver­änderung und der Kraft, immer wieder neu auf­zubrechen.

Halberstadt

Schon Anfang des 19. Jahrhunderts bekam Halberstadt ein erstes Theaterhaus. 1905 wurde dann das neue Stadt­theater eröffnet, entworfen von dem Architekten Bernhard Sehring. Seitdem gab es ein festes Ensemble, in dem Schau­spieler wie Gustaf Gründgens oder Theo Lingen erste Bühnen­erfahrungen sammelten. Das Halberstädter Theater wurde in dieser Zeit  durch seine Wagner­opern deutschlandweit bekannt.

 

Nach der Zerstörung durch Bomben im Zweiten Weltkrieg begann der Theater­betrieb schon bald erneut – zunächst unter schwierigen Bedingungen, dann mit einem neuen Haus. 1949 wurde das Volks­theater Halberstadt eröffnet, einer der ersten Theaterbauten in Deutschland nach dem Krieg. Es stand für einen kulturellen Neuanfang in einer schwer getroffenen Stadt. Hans Auenmüller wirkte hier über vier Jahrzehnte bis 1991. Bis heute sind das Große Haus und die Kammerbühne die beiden festen Halberstädter Spielstätten.

Quedlinburg

In Quedlinburg wurde 1945, nur wenige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, zunächst in einem Gaststättensaal Theater gespielt. Dann gründete man das Stadttheater als Dreispartenhaus und bezog die heutige Spielstätte im Marschlinger Hof. Die Sparte Musiktheater wurde 1964 gestrichen, man konzentrierte sich aufs Sprechtheater.

 

Über viele Jahre prägte das Haus das kulturelle Leben der Stadt. Selbst die Schließung wegen Baufälligkeit 1984 bedeutete keinen endgültigen Abschied. Das Ensemble spielte im Quedlinburger Kaiserhof, bis 1997 das Theater nach der Sanierung wieder­eröffnet werden konnte – getragen von großem bürgerschaft­lichem Engagement und dem Wunsch, diesen Ort für die Zukunft zu bewahren.

Meilensteine

Ursprung

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Theater­vorstellungen durch wandernde Schauspiel­truppen sind seit dem 18. Jahrhundert in Halberstadt nachweisbar. Mit der Gründung des ersten Stadt­theaters, das am 27. September 1812 eröffnet wurde, gab es einen festen Raum, in dem sie spielen konnten. Das 1810 aufgelöste Nicolaikloster nahe der Peterstreppe wurde dafür hergerichtet.

Klang

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Die Gründung des Städtischen Orchesters in Halberstadt markiert den Ursprung der heutigen Harzer Sinfoniker. Am 14. Oktober 1919 gab das Städtische Orchester sein erstes Konzert: Im Großen Stadt­park­saal erklang Haydns „Schöpfung”. Die Formation bestand aus Musikern des Kur­orchesters Bad Harzburg. 1927 wurde es dem Theater angegliedert.

Vereinigung

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Durch die Fusion 1992 entstand aus dem Volks­theater Halberstadt und dem Stadt­theater Quedlinburg ein gemeinsames Dreisparten­theater mit Schauspiel, Tanz und Musik­theater. Unter dem Namen Nordharzer Städte­bund­theater wuchsen die Häuser und ihre künstlerischen Traditionen zusammen. Seit 2023 trägt es den Namen Harztheater. 

Orchester

Die Harzer Sinfoniker bereichern seit mehr als 100 Jahren das kulturelle Leben der Region – auch wenn das Orchester diesen Namen erst seit 2019 trägt. Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1919 zurück, als sich das Städtische Orchester erstmals dem Publikum präsentierte. Zwei Jahre später benannte man es um in Ton­künstler­orchester Halberstadt. Später war es einfach das Orchester des Volks­theaters bzw. des Nordharzer Städte­bund­theaters. 

Doch ganz egal, welchen Namen es trägt: Die Musikerinnen und Musiker begeistern mit Sinfonie­konzerten, Musik­theater­produktionen, Open-Air-Konzerten und Gast­spielen ihr Publikum. Chef­dirigent und Intendant ist seit 2009 General­musik­direktor Johannes Rieger.

Zum Programm
Sinfoniekonzert mit zwei Orchestern bei den Domfestspielen Halberstadt 2026

Neues Kapitel

Für noch mehr Klang unter dem organisatorischen Dach des Harztheaters sorgt seit dem 1. Juli 2026 das Phil­harmonische Kammer­orchester Wernigerode (PKOW). Das Orchester, das ein eigenständiger Klangkörper bleibt, hat eine 75-jährige Tradition und seit 2021 sein Zuhause im Konzert­haus Lieb­frauen in Wernigerode. Ein jährliches Highlight sind die Wernigeröder Schloss­festspiele. Gemeinsam mit den Harzer Sinfonikern schlägt das Philharmonische Kammer­orchester Wernigerode musikalische Brücken – und schafft Konzert­erlebnisse von besonderer Intensität.

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